Scopevisio Online-Hilfe AbrechnungDie Logik der Faktura in Scopevisio

Die Logik der Faktura in Scopevisio

Seit dem Release von Featureset 110 im Oktober 2020 haben Sie als Kunde weitaus flexiblere Möglichkeiten bei der Rechnungsstellung, Erlöskonten und Steuerschlüssel vorzubelegen. Dies liegt daran, dass Scopevisio eine weitere Ebene hinzugefügt und alle miteinander verzahnt hat. Über

können so die verschiedensten Kombinationen aus Steuersachverhalten, Erlöskonten, Steuersatzarten und Steuerschlüsseln abgebildet werden. Grenzüberschreitende Geschäfte und umsatzsteuerliche Besonderheiten sind so einfacher zu berücksichtigen. 

Die Erlöskontenvorbelegungen werden je nach Steuersachverhalt automatisch angepasst. Steuersätze werden über deren im Produktstamm hinterlegte Steuersatzarten, die länder- oder zeitraumspezifisch sein können, bestimmt. Haben Sie einmal die Ihren Geschäftsvorfällen entsprechenden Voreinstellungen im Produktstamm, den Erlöskonten und den Steuersachverhalten gemacht, haben Sie dadurch die Weichen für einen Automatismus bei der Rechnungsstellung gestellt, der Ihnen viel Zeit und unnötige Arbeit erspart.

In diesem Artikel erläutern wir die Zusammenhänge und Logik unserer Faktura im Detail.

Einstellungen im Produktstamm

In den einzelnen Produkten hinterlegen Sie die Informationen zu Produkt- und Steuersatzart sowie eventuell zu individuellen Erlöskonten. Dazu gehen Sie über Organisation > Produktverwaltung: Hinzufügen in ein neues Produkt oder bearbeiten ein bestehendes.

Die Produktart

Im Geschäftsobjekt" Angaben zur Ware" wählen Sie die entsprechende Produktart aus. Zur Disposition stehen Ware, Material, Leistung oder Recht. Dies spielt für den Algorithmus zur Auswahl des korrekten Erlöskontos und des Steuerschlüssels eine Rolle.

Die Versteuerung

Im Geschäftsobjekt "Versteuerung" machen Sie nur Angaben, wenn diese vom Normalsatz abweichen oder Sie auch in anderen Ländern umsatzsteuerpflichtig sind. 

Exkurs: Letztere müssen in Ihren Gesellschaftseinstellungen unter Organisation > Administration > Gesellschaften: Gesellschaft verwalten hinterlegt sein, damit sie im Produkt in der Auswahlliste "Ländercode" angezeigt werden können. 

Zurück zum Produkt: Im Geschäftsobjekt "Versteuerung" können Sie länder- oder zeitraumspezifische Steuersatzarten hinterlegen, wie es zB während der Corona-Krise bei Restaurationsleistungen der Fall ist/war, die vom Normalsatz von 19% auf den ermäßigten Satz von 5% gesenkt wurden. Für einen bestimmten Zeitraum kann für ein Land nicht mehr als eine Steuersatzart gelten. Wird nichts anderes angegeben, setzt Scopevisio den Normalsatz voraus. Für Deutschland kommen nur Normalsatz, Ermäßigter Satz 1 oder Nullsatz in Frage, andere Länder arbeiten eventuell mit weiteren Varianten, die in der Auswahlliste der Steuersatzarten zu finden sind.

Die individuellen Erlöskonten

Verwenden Sie die Standard-Erlöskonten, sind keine weiteren Einstellungen mehr notwendig und Sie können das Produkt speichern und schließen. 

Arbeiten Sie mit individuellen Erlöskonten, so hinterlegen Sie diese in Abhängigkeit von einem bestimmten Steuersachverhalt am jeweiligen Produkt. Der Steuersachverhalt ergibt sich in der einzelnen Abrechnung. 

Stellen Sie dafür die Einstellung "Standard-Erlöskonten verwenden" auf "Nein" und fügen Sie die individuellen Erlöskonten mit Klick auf den gleichnamigen Button hinzu. Im sich öffnenden Formular definieren Sie, welches Erlöskonto bei welchem Steuersachverhalt angesprochen werden soll.

Die Standard-Erlöskonten

Unter Organisation > Stammdaten > Abrechnung: Erlöskonten-Vorbelegung bearbeiten finden Sie die Übersicht der erweiterten Standard-Erlöskonten. Diese werden hier genauer beschrieben.

Die Kombination aus Land, Produktart, Steuersatzart, Steuersachverhalt und Gültigkeitszeitraum ergibt dann ein eindeutiges Erlöskonto, das in den Positionszeilen einer Abrechnung dementsprechend von Scopevisio automatisch gesetzt wird.

Die Steuersachverhalte

In der einzelnen Abrechnung hat es im Geschäftsobjekt "Angaben zur Rechnung" zuvor das Feld "Steuerbasis" gegeben, das von rein informativer Art und nicht zu bearbeiten war. Dies ist dem Feld "Steuersachverhalte" gewichen.

In der Abrechnung wird der Steuersachverhalt aus einer Kombination von Daten vorbelegt.

Er wird aus den unter Systemmenü > Buchhaltung verwalten: Steuermatrix: Steuersachverhalte bearbeiten vordefinierten 4 Standardfällen automatisch ausgewählt, kann aber bei Bedarf in der einzelnen Abrechnung manuell angepasst werden. Weitere Steuersachverhalte sind hinterlegt und können zusätzlich aktiviert werden, neue können definiert und angelegt werden.

Lesen Sie hier mehr zu den Steuersachverhalten.

Die Ermittlung der Steuerschlüssel

Scopevisio unterstützt Sie mithilfe von Algorithmen auch bei der automatischen Ermittlung der korrekten Steuerschlüssel in der Abrechnung.

  • Ist im Kontenstamm des Erlöskontos das Kennzeichen "Fester Steuerschlüssel" gesetzt und ist ein Steuerschlüssel hinterlegt, wird dieser Schlüssel aus dem Sachkontenstamm angewendet.
  • Ist im Kontenstamm des Erlöskontos das Kennzeichen "Fester Steuerschlüssel" gesetzt und ist kein Steuerschlüssel hinterlegt, wird implizit von einem Steuersatz von Null ausgegangen.
  • Ist im Kontenstamm des Erlöskontos nicht das Kennzeichen "Fester Steuerschlüssel" gesetzt und ist ein Steuerschlüssel hinterlegt, sucht Scopevisio zuerst in der Steuersachverhalte-Matrix nach einer passenden Zeile mit Steuerschlüssel.  
    • Kann über die Matrix ein Steuerschlüssel bestimmt werden, wird dieser gesetzt, unabhängig vom Sachkontenstamm.
    • Gibt es keine passende Zeile in der Steuersachverhalte-Matrix, wird der Steuerschlüssel aus dem Sachkontenstamm genommen. Wenn kein Schlüssel hinterlegt ist, wird kein Schlüssel verwendet (impliziert einen Steuersatz von 0%).

Scopevisio unterstützt Sie so durch das beschriebene Zusammenspiel von Informationen aus dem Produktstamm, den Erlöskonten, der Steuersachverhalte und der Steuerschlüssel, Ihre unterschiedlichen Geschäftsvorfälle flexibel und algorithmusgestützt abbilden zu können.